Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde
Gontenschwil-Zetzwil

Kirchenbazar vom 28. Oktober 2018

Mittagsgäste<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-gontenschwil-zetzwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>260</div><div class='bid' style='display:none;'>5932</div><div class='usr' style='display:none;'>5</div>

Ein Ganztagesprogramm vom Allerbesten boten Kirchenpflege und Bazarteam, welches hauptsächlich aus den kreativen Frauen und diversen Helfern beider Gemeinden besteht. Vielleicht war es der herbstliche Kälteeinbruch, der die vielen Menschen in die Kirche und danach in den Speisesaal im Kirchgemeindehaus brachte. Gast war an diesem Sonntag die Organisation "Insieme" zusammen mit ihrem Chor, welche den Gottesdienst mit ihren berührenden Liedern erhellten und die Erträge des Tages mit nachhause nehmen durften.
Elsbeth Haefeli
(eh). Mary-Claude von Arx, die Präsidentin vom Insieme-Regionalverein Aarau-Lenzburg zeigte zu Beginn auf, wie sich die Organisation für die Anliegen der Menschen mit besonderen Bedürfnissen und mit einer geistigen Behinderung einsetzt. Es gehe bei Weitem nicht nur ums Geld, welches natürlich auch benötigt werde. Aber, wichtig sei auch die Botschaft: „Wir sind alles Menschen!“ Dieser Wunsch gelte nicht nur für heute sondern auch für morgen. Ein kurzer eindrücklicher Film zeigte mit viel Wärme die pure Lebensfreude dieser Menschen, wovon dann auch gleich einige im Chor mitsangen. Das Logo auf den Shirts „More than Voices“ überzeugte voll und ganz.
Hans Lüscher trat nach dem ersten Lied „Amazing Grace“ mit etwas weichen Knien, wie er den Zuhörern versicherte, hinters Rednerpult. Seine Mundartübersetzung vom Gleichnis des unbarmherzigen Knechts aus dem Matthäus-Kapitel machte das Publikum mit dem Thema der Vergebung vertraut. Dieses Thema griff anschliessend Hanspeter Schüpfer, Theologe M.A., ebenfalls auf. Wie oft sollen wir einander vergeben? Siebzigmalsiebenmal oder endlos, sei Jesus Antwort auf diese Frage gewesen. Schüpfer gab zu, dass sich in ihm einiges sträube bei diesem Gedanken. Er stellte sich selber die kritische Frage, ob es denn auch Grenzen gebe beim Schuld anhäufen und wie es sich denn mit der Grösse der Sünden verhalte? Vergebung dürfe auch nicht ausgenützt und Barmherzigkeit nicht mit Füssen getreten werden, meinte er. Die drei Schritte auf dem Weg der Vergebung seien „Um Vergebung bitten“, „Schuld vergeben“ und „die Vergebung empfangen“. Tiefgehende Vergebung verändere Denken und Leben beider Seiten. Wenn Vergebung nicht geschehe, werde ein Keil in die Gemeinschaft getrieben. Davon könnten Vereine, Familien und Kirchgemeinden betroffen sein. Unser Gemeinschaftsgebet und die Worte „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ helfe zu vergeben, auch wenn wir uns damit schwer tun würden. Auch das Gespräch mit dem Seelsorger könne unterstützend wirken, wenn Vergebung schwierig werde. AMEN. Das anschliessende leise Orgelspiel bot Raum für eigene Gedanken zu diesem immer aktuellen Thema.
Nach ein paar weiteren Liedern mit Hühnerhauteffekt des Insieme-Chors, wie zum Beispiel „Halleluja“ und „Ein bisschen Frieden“, trat die grosse Festgemeinde ins Freie, wo in diesem Moment die ersten Schneeflocken leise vom Himmel segelten.
Das anschliessende Mittagessen mit Buurehamme, Kartoffelsalat, Hot Dogs und Dessertbuffet liess keine Wünsche offen. Das weitere Rahmenprogramm umfasste die Ausstellung und den Verkauf von Gestricktem, Genähtem und Praktischem im Untergeschoss, sowie den gut gefüllten und duftenden Brotkorb der Landfrauen. Ein paar Jugendliche betrieben eine Schuhputzstation und die jüngeren Kinder durften mit dem bekannten „Fiire mit den Chliine“-Team spielen. Im Saal entlockte Isabelle Kaspar dem Klavier einige ihrer Melodien, die im Lärm des Bazarbetriebes etwas untergingen. Allerdings liessen sich die lebhaften Gespräche für das beliebte „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ etwas eindämmen und bei einigen die Vorfreude auf den nahenden Winter aufkommen. Gute Gespräche, gelebte Freundschaften sowie die Bereitschaft an der Gemeinschaft teilzunehmen und sich einzubringen ist eine erfreuliche Entwicklung dieser Kirchgemeinde, die im nächsten Jahr ihr 400-jähriges Bestehen feiert.


Autor: Monika Gloor     Bereitgestellt: 30.10.2018     Besuche: 17 Monat